Alles einfach.
Alles sauber.
Alles von hier.
Klick Sachsen

Wissen rund um die Kleinkläranlage.

Auf der Suche nach der perfekten Kleinkläranlage werden Sie auf viele Begriffe aus der Abwassertechnik stoßen. Informieren Sie sich mithilfe unseres Lexikons über die wichtigsten Begriffe aus der Welt der Kleinkläranlagen und verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, zwischen welchen Klärsystemen Sie wählen und welche Kosten auf Sie zukommen können.


Schlagworte von A bis Z

Abfiltrierbare Stoffe

Feststoffe (nicht gelöste Stoffe), die durch Filtration aus dem Abwasser herausgelöst werden können. Der Gehalt wird in mg/l angegeben.

Ablauf

Aus der Kleinkläranlage führendes Rohr, welches an die weiterführende Ableitung angeschlossen wird.

Ablaufklassen

Klassifizierung der Leistungsfähigkeit von Kleinkläranlagen durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt)

C:
In dieser ersten Reinigungsstufe wird Kohlenstoff abgebaut (CSB, BSB5).

N:
Zusätzlich zum Kohlenstoffabbau wird der Stickstoff in Form von Ammonium zu Nitrat oxidiert.

D:
Zusätzlich zum Kohlenstoff werden die verbleibenden Stickstoffbelastungen durch den Abbau von Nitrat zu molekularem Stickstoff mikrobiologisch aus dem Wasser entfernt.

+P:
Bei dieser Reinigungsstufe wird neben Kohlenstoff und Stickstoff auch der Phosphor aus dem Abwasser entfernt.

+H:
Neben der Kohlenstoff- und der Stickstoffelimination findet ebenfalls eine Hygienisierung statt, bei der vor allem Keime entfernt werden.

In den meisten Gebieten wird von der Wasserbehörde in der Regel die erste Reinigungsstufe C gefordert. Im Sinne des Umweltschutzes ist es jedoch gern gesehen, wenn sich der Betreiber trotzdem für eine höhere Klasse entscheidet. Liegt ein Grundstück in unmittelbarer Nähe von Wasserschutz-, Trinkwasser- und Karstgebieten, werden behördlich höhere Ablaufklassen vorgeschrieben.

Absetzbare Stoffe

Ein fest-flüssiges Gemisch, das aus Feststoffen besteht, die sich mit dem Abwasser verbinden. Durch die Schwerkraft können die absetzbaren Stoffe vom Wasser getrennt werden. Diese Stoffe werden auch abgesetzter Schlamm genannt, der sich am Boden der Anlage sammelt. Im Rahmen der Wartungen einer Anlage wird auch die Menge der absetzbaren Stoffe innerhalb einer bestimmten Zeit bestimmt.

Abwasserverordnung (AbwV)

Die "Erteilung einer Erlaubnis zum Einleiten von Abwasser in Gewässer" wird auf Grundlage dieser Verordnung durch die zuständige Behörde vorgenommen.

Aerob

Aerob bezeichnet z. B. Organismen, die zum Leben Sauerstoff benötigen aber auch chemische Reaktionen, welche unter Sauerstoffzufuhr stattfinden. Das Abwasser in der Kleinkläranlage wird mit Sauerstoff versetzt, so dass aerobe Bakterien und andere Mikroorganismen lebensfähig sind und die biologische Reinigung des Wassers von organischen Stoffen gewährleisten. Nutzt ein System keine Sauerstoffzufuhr, nennt man es anaerob.

Animpfen

Anlagen werden bei der Erstinbetriebnahme oder nach längerer Ruhephase mit einer Bakterienkultur versehen, welche der biologischen Reinigungsstufe beigefügt werden, um so das Bakterienwachstum zu beschleunigen.

Auftriebssicherung

Der Grundwasserspiegel ist eine entscheidende Größe für den Einbau einer Kleinkläranlage. Um zu verhindern, dass der Behälter durch steigendes Grundwasser z. B. nach lang anhaltendem Niederschlag nach oben gedrückt wird, sollte die Anlage in Gegenden mit hohem Grundwasserspiegel im Boden verankert werden. Die Art der Auftriebssicherung ist dabei abhängig vom Behältermaterial der Anlage.

Belebtschlamm

Die biologische Reinigung des Abwassers findet durch darin enthaltene Mikroorganismen statt. Diese bilden unter Sauerstoffzufuhr Belebtschlamm, der sich durch Schwerkraft vom gereinigten Abwasser absetzt. Der Belebtschlamm ist als flockenähnliche Trübung erkennbar.

Biofilm

Die Mikroorganismen siedeln sich auf einer Oberfläche an. In dieser Verbindung reinigen sie das Abwasser und sind gleichzeitig besser gewappnet gegen schädliche Abwasserinhaltsstoffe sowie gegen Austrocknung und Ausschwemmung.

Biofilter

Ein Biofilter funktioniert meist nach dem Biofilmverfahren, welches sehr häufig bei der biologischen Abwasserreinigung eingesetzt wird. Im eigentlichen Sinn sind Biofilter keine Filter. Es sind komplexe biologische Katalysatoren oder Bioreaktoren. Durch die Stoffwechselaktivität von Mikroorganismen werden organische Verunreinigungen im Abwasser abgebaut.

Biomasse

In der Kleinkläranlage befinden sich lebende Organismen in der sogenannten Biomasse, in Form von Belebtschlamm oder Biofilm, wo sie für die biologische Abwasserreinigung verantwortlich sind.

BSB5 (Analysewert)

Messwert für den biochemischen Sauerstoffbedarf in mg/l. Dieser gibt an, wie viel Sauerstoff die Bakterien und andere Mikroorganismen im Wasser benötigen, um in 5 Tagen bei einer Temperatur von 20°C biologisch abbaubare organische Stoffe zu entfernen. Der obere Grenzwert liegt in Deutschland bei 40 mg/l. Höhere Werte und damit ein hoher Verbrauch an Sauerstoff bedeuten, dass das Abwasser noch unzureichend gereinigt ist.

Braunwasser

Braunwasser wird umgangssprachlich auch als Schwarzwasser bezeichnet. Braunwasser aus Trenntoiletten ist frei von Urin (Gelbwasser), also Abwasser mit rein fäkalen Feststoffen.

CSB (Analysewert)

Messwert für den chemischen Sauerstoffbedarf. Der CSB-Wert gibt die Menge an Sauerstoff an, die nötig ist, um alle im Wasser vorhandenen, oxidierbaren Stoffe zur Oxidation zu bringen. Dies ist für die Reinigung erforderlich. Er umfasst sowohl die biologisch abbaubaren als auch die biologisch nicht abbaubaren organischen Substanzen. Ist der Verbrauch zu hoch, weist dies auf eine unzureichende Klärung hin. Der obere Grenzwert in Deutschland liegt bei 150 mg/l. Der CSB-Wert ist immer deutlich höher als der BSB5.

Denitrifikation

Bei der Denitrifikation erfolgt eine Umwandlung des im Abwasser enthaltenen Stickstoffsalzes Nitrat (NO3) zu gasförmigem Stickstoff N2, welcher in die Atmosphäre entweicht. Es werden Substanzen entfernt, die den Boden oder Gewässer unter bestimmten Umständen schaden könnten (Eutrophierung).
Unter anoxischen Verhältnissen, d. h., wenn kein Sauerstoff gelöst im Wasser vorhanden ist, dient das Nitrat als Sauerstoffquelle für sogenannte Kohlenstoff veratmende Mikroorganismen. In natürlichen Gewässern wie Seen, Flüssen oder Sümpfen beispielsweise setzen Mikroorganismen ebenfalls Nitrat und Kohlenstoff um, wenn anoxische Verhältnisse auftreten.

EW (Einwohnerwert)

Vergleichswert für die im Abwasser vorhandene Schmutzfracht, der sich aus Einwohnerzahl (EZ) und dem Einwohnergleichwert (EGW) zusammensetzt. (Bsp: 4 Bewohner eines Hauses = 4 EW)

Klärschlamm (auch Vorklärschlamm)

In der Vorklärung wird das Abwasser von groben Feststoffen befreit. Diese setzen sich in Form von Schlamm auf dem Boden des Beckens ab. Regelmäßig muss dieser Schlamm von einem Entsorgungsdienst entfernt werden. Dies ist, wie alle Kontrollen der Kleinkläranlage, zu dokumentieren.

Klärschlammverordnung (AbfKlärV)

Die Verordnung von 1992 (BGBl. I S. 912), zuletzt geändert am 24. Februar 2012, regelt das Aufbringen von Klärschlamm aus Abwasserreinigungsanlagen auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen. Die Verordnung bestimmt, dass der Klärschlamm entkeimt sein muss. Sie setzt eine Höchstkonzentration für die Schwermetalle Blei, Kadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink fest. Geregelt wird auch, in welchen zeitlichen Abständen und Mengen der Klärschlamm verteilt werden darf. Auf Gemüse- und Obstanbauflächen sowie auf Dauergrünland und forstwirtschaftlich genutzten Böden ist das Aufbringen von Klärschlamm nicht erlaubt.

Nachrüstung

Weist eine vorhandene mechanische Kleinkläranlage (z.B. 3-Kammer-Grube) einen guten baulichen Zustand sowie Dichtheit vor, kann eine biologische Reinigungsstufe nachgerüstet werden. Die Anlage muss dafür den Richtlinien der DIN EN 12566-3 entsprechen. Erfüllt sie nicht die nötigen Voraussetzungen, ist sie durch einen Neubau zu ersetzen. Für die Nachrüstung gelten die Bemessungsgrundsätze des DIBt (Deutsches Institut für Bauchtechnik) und des DWA-Merkblattes (DWA-M-221; Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft).

Neubau

Die Errichtung einer vollbiologischen Kleinkläranlage muss auf der Grundlage der DIN EN 12566-3 oder einer europäisch technischen Zulassung durch ein CE-Zeichen gekennzeichnet werden und benötigt eine bauaufsichtliche Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt).

Normen für Bau und Betrieb einer Kleinkläranlage

Anwendung, Bemessung und Ausführung von einer Kleinkläranlage in Deutschland :

DIN 4261:
Technische Regelungen für Anlagen zur Abwasservorbehandlung
Anlagenwartung
Ableitung von biologisch behandeltem Abwasser in den Untergrund (Übergangsregelung)

Euronorm EN 12566:
Anforderungen an den Behälter der KKA (Konstruktion, Wasserdichtheit, Erdlasten, hydrostatische Lasten, Verkehrslasten etc.)
Verfahren zur Prüfung der Reinigungsleistung (Prüfbericht inkl. Wartungs- und Reparaturmaßnahmen)

Wasserdichtheitsprüfung:
DIN EN 1610 (in Anlehnung an die Euronorm)

pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für den Säure- oder Basengehalt des Abwassers. Neutrales Wasser hat einen pH-Wert von 7,0. Niedrigere Werte von 0 bis 6 zeigen Säuren, höhere Werte von 8 bis 14 Basen an.

Schlammabfuhr

In regelmäßigen Abständen muss der Belebtschlamm, der beim Reinigungsprozess entsteht und sich auf den Beckenböden sammelt, von der Fäkalschlammabfuhr entsorgt werden. Dafür fallen Schlammentsorgungskosten an, deren Höhe von der Menge des zu entsorgenden Schlamms abhängig ist. In der Regel entsteht beim Biofilmverfahren weniger Schlamm als beim Belebungsverfahren.

Schwarzwasser

Gemischtes Abwasser aus Toiletten bestehend aus Gelb- und Braunwasser (ohne Grauwasser).

Versickern, Abwasserversickerung

Versickern nennt man den Prozess, wenn Abwasser durch das Erdreich in tiefere Bodenschichten abläuft. Das Abwasser wird durch die verschiedenen Boden- und Gesteinsschichten gefiltert und somit einer weiteren Reinigung unterzogen. Wie gut das Abwasser versickern kann, hängt u.a. von den Bodenverhältnissen ab. Je dichter der Boden beschaffen ist, desto länger dauert der Vorgang. Bei der Flächenversickerung muss die Versickerungsfähigkeit des Bodens gewährleistet sein. Diese kann man durch ein Versickerungsgutachten bestimmen lassen.

Vorklärung (auch Vorklärbecken)

Die Vorklärung ist die Kammer oder das Becken, in welches das Abwasser zuerst eingeleitet wird. Hier wird die so genannte Feststoffabscheidung vorgenommen. Das bedeutet, dass sich Feststoffe wie Fäkalien, Textilien, Papier etc. durch die Schwerkraft langsam am Boden absetzen.

Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Bundes

Als Verantwortliche gegenüber der EU verfügt die Bundesregierung über die Kompetenz, Rahmenvorschriften zum Gewässerschutz zu erlassen, deren Ausführung und Ergänzung auf Seiten der Länder liegt (Landeswassergesetze LWG).
Für die Nutzung einer Kleinkläranlage ist §7a des WHG ausschlaggebend. Das Einleiten von Abwasser darf nur erlaubt werden, wenn die Schadstofffracht des Abwassers bei Einhaltung der jeweiligen Verfahren nach dem Stand der Technik so gering wie möglich gehalten wird. Die Anforderungen werden von der Bundesregierung durch eine Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt. Grundlage dieser Anforderungen ist "der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zur Begrenzung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, zur Gewährleistung der Anlagensicherheit, zur Gewährleistung einer umweltverträglichen Abfallentsorgung oder sonst zur Vermeidung oder Verminderung von Auswirkungen auf die Umwelt, zur Erreichung eines allgemein hohen Schutzniveaus für die Umwelt insgesamt gesichert erscheinen lässt".
Die Zulassung von Abwasserbehandlungsanlagen ist in §18c geregelt: Die Errichtung und der Betrieb sowie die Änderung einer Abwasserbehandlungsanlage, für die eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden muss, benötigen eine behördliche Zulassung.


Klärsysteme

Biofilmverfahren

Das Biofilmverfahren funktioniert über sogenannte Aufwuchskörper in der biologischen Reinigungsstufe. Auf den Aufwuchskörpern bildet sich ein Biofilm aus Mikroorganismen und sorgt für die biologische Abwasserreinigung. Im Vergleich zu technischen Verfahren entsteht bei diesem Klärsystem weniger Klärschlamm.

Belüftete Biofilteranlagen

Der Biofilter dieser Anlage besteht aus zwei Ebenen, in denen Filtermaterial eingelagert ist und einer dritten Ebene zwischen beiden Filtern, der Belüftungsebene. Dank des Kamineffektes erfolgt eine natürliche Belüftung, die keinen Strom erfordert. Das Abwasser wird auf der Oberfläche des Filters verteilt und passiert anschließend die drei Ebenen. In der unteren Filtration ist das Abwasser mit Sauerstoff versetzt. Hier erfolgt die zweite Etappe der biologischen Reinigung.

Getauchte Festbettanlagen

Im Biofilter befestigte Kunststoffkörper sind ständig im Abwasser getaucht und dienen als Aufwuchsfläche für den Biofilm. Am unteren Ende des Behälters wird Luft eingeführt und strömt durch den Behälter nach oben. Das Wasser wird mit Sauerstoff angereichert. Zusätzlich sorgt die Belüftung dafür, dass überschüssige Stoffe von den Aufwuchskörpern gelöst und anschließend in einem Nachklärungsverfahren mittels Schwerkraft vom gereinigten Abwasser getrennt werden.

Tropfkörperanlagen

In senkrechter Richtung fließt das Abwasser über eine Tropfkörperoberfläche beispielsweise aus Lavaschlacke oder Kunststoff und benetzt diese dabei. Auf diesen Tropfkörpern bildet sich ein Biofilm, welcher unter Sauerstoffzufuhr über eine Belüftung für die biologische Reinigung sorgt. Um eine optimale Klärung zu erzielen, wird das Wasser häufig zurück in die Vorklärung geleitet und passiert die Tropfkörper mehrmals.

Anlagen mit frei beweglichen Aufwuchskörpern

In dieser Anlage dienen Kunststoffkörper oder andere anorganische Materialien als Aufwuchskörper für den Biofilm. Die Sauerstoff eintragende Belüftung hält die Aufwuchskörper in Bewegung. Unter diesen Bedingungen können die Mikroorganismen im Biofilm die biologische Reinigung vornehmen. Durch die eingeleitete Luft werden zusätzlich überschüssige Stoffe von den kleinen Aufwuchskörpern gelöst und anschließend in einem Nachklärungsverfahren mittels Schwerkraft vom gereinigten Abwasser getrennt.

Bodenkörperfilteranlagen

Eine solche Anlage funktioniert über ein Wippensystem, welches das Abwasser in zeitlichen Abständen auf der ersten von übereinander angeordneten Oberflächen, sogenannten Filtertassen, verteilt. Auf den Filtertassen bilden sich Biofilme, welche für die biologische Reinigung sorgen. Nach und nach fließt das Abwasser über die Filtertassen und kommt gereinigt auf dem Boden des Behälters an, von wo es abgeleitet werden kann.

Belebungsverfahren

In der biologischen Reinigungsstufe dieses Verfahrens wird das Abwasser mit Sauerstoff versetzt und durchmischt. Im Abwasser vorhandene Mikroorganismen bilden auf diese Weise sogenannte Belebtschlammflocken, welche die organischen Verschmutzungen aus dem Abwasser lösen.

SBR-Anlagen

In dieser Anlage erfolgen Sauerstoffzufuhr und Durchmischung des Abwassers mittels technischer Belüftungsanlagen. Mikroorganismen können unter diesen Umständen Belebtschlammflocken ausbilden, die später im Ruhezustand in der Nachklärung absinken und sich vom gereinigten Abwasser trennen. Dieses wird über Pumpen oder Kompressoren abgeleitet. Der Belebtschlamm sammelt sich am Boden und wird nach und nach zurück in das Vorklärbecken befördert, wo er mit der Schlammabfuhr entsorgt wird.

Sonstige Belebungsverfahren/Durchflussanlagen

Bei Abwasserzufuhr in die Kleinkläranlage, steigt der Pegel in Vorklärung und Belebungsbecken gleichermaßen an.
Eine Belüftung sorgt für die Sauerstoffanreicherung sowie für die Durchmischung des Abwassers, wodurch Mikroorganismen Belebtschlammflocken bilden und das Abwasser biologisch reinigen. In einer im Becken integrierten Trennvorrichtung können sich bei aussetzender Belüftung Belebtschlamm und gereinigtes Abwasser voneinander lösen. Das Klarwasser wird regelmäßig aus der Anlage abgelassen, während der überschüssige Schlamm in die Vorklärung zurückgepumpt wird, wo er mit der Schlammabfuhr entsorgt wird.

Kombinierte Klärverfahren

Ziel dieses Verfahrens ist es, die Konzentration an reinigender Biomasse zu steigern, was eine verbesserte Reinigungsleistung sowie eine geringere Belastung der Nachklärung zu Folge haben kann. Dafür verbindet man Belebungs- und Biofilmverfahren in einem System miteinander, indem zusätzlich Aufwuchsflächen in das Belebungsbecken integriert werden.

Bewachsene Bodenfilteranlagen

Diese Anlagen sind auch als Pflanzenkläranlagen bekannt. Die Pflanzen spenden den nötigen Sauerstoff für die biologische Reinigung durch Mikroorganismen, welche im Bodenkörper leben und dort einen Biofilm bilden.


Zusätzliche Investitionskosten

Diese Kosten können bei der Errichtung einer Kleinkläranlage anfallen, sind aber nicht in jedem Fall einzurechnen.

Dichtheitsprüfung

Sowohl nach dem Einbau einer neuen Kleinkläranlage als auch vor einer möglichen Nachrüstung muss eine Anlage zur Abwasserbehandlung auf Dichtheit geprüft werden.

Probenahmeschacht

Bei einer Kleinkläranlage muss die Entnahme einer Wasserprobe gewährleistet sein. Ist dies nicht der Fall, so muss ein Probenabnahmeschacht am Anlagenauslauf errichtet werden.

Rückstausicherung

Wenn die Ablaufleitungen einer Kleinkläranlage in ein Gewässer oder einen Regenwasserkanal mündet, besteht die Gefahr eines Wasserrückstaus. Fließt das Wasser zurück durch die Abflussleitungen, kann das zu Gebäudeschäden sowie zu Schäden an der Kleinkläranlage selbst führen. Deshalb ist gemäß DIN 1986 die Sicherung gegen Wasserrückstau gesetzlich vorgeschrieben.

Versickerungsgutachten

In Fällen einer zu langen Ablaufleitung oder der fehlenden Gegebenheit eines Gewässers, in welches das gereinigte Abwasser aus der Kleinkläranlage eingeleitet werden könnte, besteht die Möglichkeit des Ableitens über eine Versickerung. Diese muss behördlich zugelassen werden und erfordert ein Versickerungsgutachten. Ein solches Gutachten ist notwendig, um die Eignung des Bodens für die Versickerung des gereinigten Abwassers zu prüfen. Nur, wenn eine Versickerung für die umstehenden Gebäude kein Risiko darstellt, darf mit Genehmigung die Wasserableitung ins Grundwasser erfolgen.


Betriebskosten

Wartung

Je nach Verfahren ist bei einer Kleinkläranlage 2 bzw. 3 Mal pro Jahr eine Wartung durchzuführen. Als Nachweis für die zuständige Behörde ist ein gültiger Wartungsvertrag mit einer Fachfirma vorzuweisen.

Schlammentsorgung

Die verantwortlichen Aufgabenträger (z. B. Gemeinde oder Abwasserzweckverband) schreiben die regelmäßige Abfuhr des Klärschlamms vor. Dies kann in festen Intervallen oder nach Bedarf erfolgen. Die Kostenhöhe ist dabei abhängig von der Menge des zu entsorgenden Schlamms. In der Regel entsteht beim Biofilmverfahren weniger Schlamm als beim Belebungsverfahren.

Reparatur

Betriebsstörungen können in jeder Anlage auftreten. Generell gilt: je weniger mechanische bzw. elektrische Bauteile/Komponenten die Anlage benötigt, desto weniger Störungen. Bei einer Biofiltration entfallen mit dem Verzicht auf elektronische und bewegliche Teile auch die Reparaturkosten dafür. Ursachen für Betriebsstörungen können sowohl beim Betreiber selbst (z. B. Überlastung der Anlage, falsche Bedienung) als auch bei den Aggregaten (Abfall im Abwasser blockiert eine Pumpe, einen Filter oder andere elektromechanische Komponenten) liegen. Auch Baufehler (z. B. Verwendung von korrosionsanfälligen Materialien) können zu kostenintensiven Störungen und damit zu längeren Ausfällen des Anlagenbetriebes führen. Die Höhe der Reparaturkosten ist abhängig vom anfallenden Aufwand für den Servicetechniker und dem jeweils zu reparierenden bzw. zu ersetzenden Bauteils.

Kanalbenutzung

Die Kanalbenutzungsgebühr fällt dann an, wenn der Betreiber einer Kleinkläranlage das gereinigte Wasser in einen öffentlichen Kanal einleitet. Hierbei bestimmt der Aufgabenträger (z. B. Gemeinde) über die zu entrichtenden Kosten.


Sollten Sie weitere Fragen haben, dann finden Sie die Antwort vielleicht bei unseren Häufigen Fragen. Gern können Sie auch Kontakt mit uns aufnehmen.

Informationen